Hey Muslime.


Ich spar mir jetzt mal das ganze Gerede von wegen Generalverdacht und so, den haben eh nur AfD-Rechtsaußen und sonst niemand.

Trotzdem: Ja, doch, ihr habt Verantwortung wegen des islamischen Terrors. Nein, irgendwelche wahllos rausgepickten Muslime sind immer noch nicht dran schuld. Ihr müsst euch auch nicht entschuldigen oder so. Ganz und gar nicht. Die Verantwortung ist eine andere.

Also: Erstmal haben diese Anschläge sehr wohl was mit dem Islam zu tun. Die Attentäter bekennen sich zum Islam. Ihre Organisationen nennen sich islamisch. Sie richten ihre Ideologie und ihr tägliches Leben nach den Geboten des Korans aus. Wer sollte denn bestimmen, dass und warum sie keine Muslime sind? Der Islamopapst etwa? Den gibt es nicht. Der könnte die einfach exkommunizieren. Vielleicht gäb das denen nen Dämpfer. Aber das gibt’s nunmal nicht. Also lasst bitte auch die Beteuerungen, das wären alles keine Muslime. Die fallen am Ende doch nur wieder auf euch selbst zurück.

Es tut weh, anzuerkennen, dass die Attentäter selbst mit jedem Recht behaupten können, Muslime zu sein. Mir tut’s ja auch weh zu wissen, dass ein Ulrich Kutschera, die Hälfte der PI-Redaktion, 80% der Reddituser und ähnlich viele Anonymous Atheisten sind. Ich sprech ihnen nicht den Atheismus ab. Sie sind ekelhafte Menschen, was vielleicht mit ihrem Atheismus zu tun haben könnte. Vielleicht nicht. Ich beziehe trotzdem den Atheismus als Teil ihrer Ekelhaftigkeit mit ein. Mag ja sein, dass es ein falsch verstandener Atheismus ist. Ein Atheismus aus den falschen Gründen.

Aber wie geh ich damit um? Ganz einfach: Ich erkläre, warum ich Atheist bin, was Atheismus für mich bedeutet. Ich erkläre, wenn jemand den Atheismus falsch verstanden hat. Ich erkläre, dass Atheismus nicht die ganze Ideologie ist. Ich bin nebenher auch überzeugter Humanist und Ideologiekritiker und stehe für die Freiheit des Individuums und sein Recht auf Bildung, Gesundheit, eine seine Talente fördernde Erziehung und ein akzeptierendes soziales Umfeld ein. Das alles ist aber nicht Resultat meines Atheismus, sondern Symptom derselben Grundeinstellung. Vielleicht steht ihr ja als Muslime auch dafür ein. Dann erklärt das auch so. „Ach ja… und außerdem bin ich noch praktizierender Muslim.“ Demonstriert, dass Islam auch das sein kann. Nicht, weil ihr seinen Ruf verbessern wollt. Sondern weil ihr dafür einsteht, dass Menschen sich nicht ausschließlich anhand eines – noch dazu wörtlich verstandenen Glaubens – identifizieren. Weil ihr dafür einsteht, dass Menschen sich ihre Lebensinhalte frei, nach eigenem Gutdünken zusammenbasteln.

Ihr werdet damit nicht den Terrorismus über Nacht beenden. Aber ihr könnt demonstrieren, dass man auch Muslim sein kann, ohne alle drei Sekunden wie ein Irrer „ALLAHU AKBAR!!“ zu grölen. Und das ist sehr wahrscheinlich sehr viel attraktiver als zwanghaftes Repetieren des eigenen Opferkomplexes und religiöse Unterdrückung und Entwürdigung.

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Über onechordbassist

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