Bildungsplan 2015.


Es ist ja eine sehr bizarre Überzeugung, die die Demonstranten gegen die Baden-Württembergische Bildungsplanreform an den Tag legten: Kinder müssten vor Sexualität geschützt werden. Unschuld der Kindheit, in der man nicht wissen darf, warum man selbst ein Schläuchle hat und die kleine Schwester ein Schlitzle oder umgekehrt… Man raubte mithin seinen Kindern die Kindheit, wüssten sie, was eigentlich passiert, wenn sie gezeugt werden. Man verstehe mich nicht falsch – ich traue den Demonstranten durchaus zu, dass sie ihre Kinder aufklären. Ich finde auch, dass Eltern in der Pflicht sind, ihre Kinder aufzuklären. Aufklärung aber ist ein Feld des Wissens. Wo Wissen relevant ist, sind Meinungen nur destruktiv. Eltern aber – und zumal die erwähnten Demonstranten – bedienen sich ausführlich ihrer Meinung bei der Aufklärung, und das ist der Punkt, an dem auch der angeblich natürliche Ekel vor angeblich „unnormalen“ Formen, Sexualität zu leben ansetzt. Und man sollte froh sein, dass es einen Standard gibt, an dem sich die sexuelle Aufklärung orientieren muss. Denn mehr zu wissen über Sexualität bedeutet auch den Schutz vor Übergriffen und nichtkonsensuellem Kontakt. Zum einen davor, selbigem zum Opfer zu fallen, aber auch davor, selbst Täter zu werden.
Es stellt sich mithin auch die Frage, ob sich diese Menschen ernsthaft einbilden, ihre Kinder in Zeiten von Tumblrblogs vor Sexualität schützen zu können. Selbst wenn man eine solche Absicht verfolgt – es ist für das Kind besser zu wissen, was es erwartet und dass Sexualität etwas sehr angenehmes ist als die Bilder zu sehen und nicht zu wissen, dass sowas auch Spaß machen kann ohne Schuld- oder Ekelgefühle.
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Über onechordbassist

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