Wenn Bands Drogen wären.


Neulich war ich im Writers. Ich bin mir ziemlich sicher, Liam wollte einen chilligen Abend machen, sonst hätt er ja kaum eine Stunde lang Eric Clapton in Dauerschleife spielen lassen.

 

Jedenfalls kam mir dann der Gedanke, dass Eric Clapton eigentlich so ziemlich das musikalische Äquivalent zu Tavor ist. Ein unscheinbares, stromlinienförmiges Pillchen, das jeden Ansatz von Gedanken aus deinem Gehirn rausschmilzt und dich debil sabbernd auf deinem Bett sitzend zurücklässt für ein paar Stunden. Und das ist nicht die angenehme Art von Nichtdenken, die man erfährt, wenn man nen Gig spielt und gar nicht merkt, dass man grad von der Bühne gefallen ist. Eher die schlimme, die eine Major Depression einem aufzwingt minus den Bonus des Selbsthasses. Nichtmal den gönnt einem Clapton.

Frei.Wild hingegen sind das musikalische Äquivalent zu Moonshine. Das muss ich wahrscheinlich noch nichtmal ausführen. Merke: Frei.Wild kann schon beim ersten Genuss zu schweren Nervenschäden wie dauerhafter Blindheit oder Gehstörungen führen.

AC/DC wären dementsprechend dann das Kristallweizen beim Feuerwehrfest in Kleindünnschlingen. Das wird auch schon seit 150 Jahren gleich gefeiert (das Feuerwehrfest) und gleich gebraut und gezapft (das Bier) und niemand kommt auf die Idee, dass es vielleicht ein bisschen anachronistisch wär, den König Wilhelm zu ehren, wenn nebenan der ICE vorbeirast.

Aphex Twin ist Ketamin. Auch das bedarf vermutlich keiner weiterer Begründung.

Dimmu Borgir, Bullet For My Valentine und Bring Me The Horizon sind irgendein ekelhafter Alcopop in irgendeiner ekligen Teenagerparty: Viel zu süß und viel zu überladen, und alle hören es um voll die harten erwachsenen Rocker zu sein.

The Mars Volta ist Ritalin. Wie es bei neurotypischen Menscheeeeeexoskeletal junction at the railroad delayed…

Black Sabbath (erste vier Alben)… das beste Gras das du in deinem Leben je geraucht hast. Das war nun keine besondere Überraschung, oder?

Sonic Youth sind LSA, vor allem bis 1998. Du verschwindest in einem riesigen warmen Klangmeer, das dir zuweilen auch gern mal den Schiss deines Lebens einjagt. Du erhältst grandiose neue Einsichten in dein Leben und musst eine ganz so schlimme Angst haben drauf hängen zu bleiben.

The Locust sind Krokodil. Nur dass du bei The Locust weniger Angst um dein Gehirn haben musst. Oder bei Krokodil, weil du die Angst dann nicht mehr empfindest, bei Locust hingegen schon.

Steven Wilson in seinen besten Momenten ist Psilos. Inklusive Stimmungsverstärkung: Wenn du vorher kurz vorm Aufschneiden bist, hast du nach dem halben Album schon die Matratze vollgesaftet, wenn du dich vorher drüber freuen kannst, dass dein Fenster durchsichtig ist, wirst du so unglaublich glücklich sein, dass du glaubst, es wird niemals enden.

Conexion Musical sind Risperidon bei Leuten, die nicht die Überdosis als Standard verschrieben bekommen haben. Kein Stoff dieser Welt haut so fies rein wie die Realität.

Hingegen sind Xavas und Xaver-mein-Politikverständnis-hat-die-gleiche-Farbe-wie-mein-Gesicht ein x-beliebiges nach Standard überdosiertes Antipsychotikum. Schläfer den Patienten nur schön tief ein, dann kannst du ihm alles erzählen.

 

 

 

So. Und nun seid ihr dran: Welche Band eurer Wahl ist welche Droge eurer Wahl? (Mit Begründung bitte.)

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Über onechordbassist

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