Kleiner Kommentar zum deutschen Humor.


Heute ist Silvester. Shum Procaadyahs laasha, resepektive Same procedure as every year, heut Abend loift der Butler James mal wieder rotzevoll über das eklige Katzenvieh, und ja, es ist ja auch ganz lustig, vielleicht sogar Humor, aber ich wollte an dieser Stelle mal zwei Sachen anmerken, die jetzt so direkt nichts mit Ms Sophies Neunzigstem zu tun haben.

Es gab eigentlich in der ganzen Geschichte der deutschen Comedy nur zwei Leute, die ihren Scheiß auch beherrscht haben. Einer der beiden ist vor fast eineinhalb Jahren gestorben.

Wobei ich es ja schon cool finde, wie eine Band wie HGich.T daherkommt und die Essenz des deutschen Humors (Irgendwelche wahllosen Genital- und Fäkalbezeichnungen ohne Rücksicht auf Inhalt aneinandergereiht, schön mit dem Dampfhammer in die Fresse gekloppt, dabei immer schön anzeigen, was man als nächstes macht, wird sehr lustig werden, denn der Deutsche ist unfähig spontan zu lachen, wie für alles, was der Deutsche macht, braucht er zum Lachen erstmal nen Befehl.), also diese Essenz des deutschen Humors in vorher eben noch nicht ausgelotete Extreme und damit ad absurdum zu führen vermag, und genau damit eben doch wieder zum Pipikaka, in die Hosää lustig ist.

Und deshalb ist es ja auch so lustig, wie die Apologeten urdeutschen Komödiantentums in HGich.T niveauloses, unlustiges Uga Aga sehen. „Bildet euch ja nicht ein, dass ihr das verstanden habt!“ indeed.

 

 

Aber wieder der Brückenschlag zu Dinner For One: Die vielen völlig unlustigen Adaptionen im dialektdeutschen Länder-TV waren dann auch nur eine logische Konsequenz aus der Ankündigung des Erzählers, der dem Publikum so wenig Hirnmasse zutraut, dass sie nicht wissen, wann zu lachen ist, und dass sie nicht wissen, was es mit den sich ständig wiederholenden Dialogfetzen so auf sich hat. Ms Sauvieh, haha, end Hos han e mer gschissa vor Lacha.

Es läuft am Ende wohl gerade darauf hinaus:
Man muss den Deutschen sagen, wann sie lachen dürfen, aber dann dürfen sie nicht nur, sondern müssen lachen, wie Deutsche überhaupt kein Tun zu kennen scheinen, sondern ausschließlich Dürfen und Sollen.

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Über onechordbassist

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