Delfine, oder: Alles eine Frage der Perspektive.


Eine der besten Ausreden, die man erfinden kann, ist ehrliche Arbeit:

Man muss sich dann nämlich schonmal nicht anstrengen zur Reflexion und man kann dann schön konform projizieren. Sehr von Vorteil, weil man dann nämlich denen, die merken, dass irgendwas nicht stimmt, und die nicht so gern mitmachen bei Sachen, bei denen ihnen mulmig wird, Faulheit vorwerfen kann, oder Schmarotzertum, oder Versagerdasein. Gefickt eingeschädelt, mein ich, dann kann man nämlich die Verweigerung einer wirklich wichtigen Sache mit dem Commitment eines eigentlich nutzlosen Zwangs gegenüber rechtfertigen. Und da soll ich euch nicht Faschisten nennen? Und da seid ihr es, die mich als faul etikettiert? Nein, so läuft das leider nicht.

Aber leider läuft es doch so. Leider sind es in diesem Fall wirklich die andern, die entweder nicht in der Lage sind oder die sich weigern, aus verschiedenen Perspektiven auf Dinge zu blicken. Die ihre eigenen Non sequiturs nicht mehr erkennen, weil sie gar keine andere Methode mehr benutzen beim Kommunizieren. Die deshalb noch weniger merken, dass sie projizieren (demnächst werde ich vielleicht darüber schreiben, wie Truthertum ein Hinweis auf das Potential zum Genozid ist oder zumindest wie man als Truther (und Truther sind hier auch die, die keine Blogs schreiben, sondern alle, die 9/11 der US-Regierung selbst zuschieben) gerne dazu neigt, zwischen unterschiedlichen Bewertungen der Menschlichkeit oder des Wertes eines Menschen je nach Commitment zu unterscheiden.

Da eine Verschwörung zu interpretieren, liegt nahe, aber natürlich ist das Unsinn: Wer in Machtstrukturen funktioniert, bzw wer da gut funktioniert (bzw seine daraus entstehenden Krankheiten nicht erkennt), wo Autorität am Werken ist, der wird natürlich einen Scheiß tun, den Irrsinn darin zu entlarven und sich womöglich seine eigene (aber eh nur temporäre) Rettungsinsel abzugraben. Dabei ist es cooler, zu lernen, im Ozean zu atmen. Delfin sollte man sein. Aber Delfine sind auch nur langgezogene Schweine.

Vor lauter Angst, diese Insel zu verlieren, vor lauter Angst, plötzlich die Nase am Hinterkopf wiederzufinden (ja, ich weiß, ist anatomisch eigentlich nicht der Hinterkopf, sondern die Stirn), schreit und brüllt und tobt der Insulaner dann gegen die Wellen und dann hat HAARP die Wellen gebaut und die Amis, der Mossad oder die Maurer-, vielleicht auch die Elektrikerinnung haben HAARP gebaut. Es könnte so einfach sein, hätte man keine Angst davor, ein Delfin zu sein. Aber natürlich sind die Delfine auch nur ein unzureichendes Bild, denn Delfine mobben noch schlimmer als Menschen. Vielleicht sind aber Delfine doch wieder ein gutes Bild, man hat Angst vor dem Delfin in sich und hasst deshalb die Delfine.

Eigentlich sind aber Bilder eine schlechte Idee um etwas zu beschreiben, das es noch nicht gab. Bilder sind ein schlechtes Konzept um etwas zu beschreiben, das eigentlich jedes Menschen innerster und stärkster Drang sein sollte, vielleicht auch ist, aber aus dem so ein Mensch immer ganz komische Perversionen macht, so Krankheiten wie Dashabenwirschonimmersogemacht, Wenndasjedermachenwürde, Dasisteinfachso, Weilmanesdirsagt und so weiter. Ich glaube, das hat einen sehr einfachen, naheliegenden Grund: Delfine sind nämlich fett.

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