Komma Sommerfest 2012, Fazit.


Ich gehe ja ohnehin nicht sehr häufig auf Konzerte, ein-zweimal im Monat, aber meistens erlebe ich richtig gute, und diejenigen, die im Komma stattfinden, sind ohnehin über jeden Zweifel sowas von erhaben, als wäre schon die Frage, ob jemand die Musik der dort spielenden Bands nicht gefallen könnte, gleichbedeutend mit der Frage ob die Zeit in Wirklichkeit rückwärts läuft.

Heute bzw gestern fand das alljährliche Sommerfest statt. Gespielt hatten Montona, BDYBLDNG (Gesprochen: Bodybuilding), Sissters und Love-A.

Montona waren eigentlich gar nicht eingeplant (irgendwie scheint bei den Semesterfeiern des Kommas grundsätzlich eine Band verhindert zu sein), sondern deren „Mutterband“ Porch. Ich bin aber sehr glücklich darüber! Montona sind zu zweit und spielen Shoegaze mit Elektrobeats, sehr atmosphärisch, ziemlich noisig und knietief im Postpunk. Wäre natürlich super, mal mit denen zusammen aufzutreten und wir haben die auch gleich gefragt. Sehr nette Jungs und geniale Musik, wäre cool, unsere Show im August mit denen zusammen zu spielen. Zumal ihr Gitarrist denselben Stil pflegt wie unser Marco.

BDYBLDNG waren okay. Eigentlich ziemlich gut, aber viel zu laut, Montona konnten mit viel weniger Lautstärke viel mehr Energie rüberbringen. Musikalisch bot man Mathrock mit deutlichem ATDI-Einschlag, aber auch mit Dancerock-Anleihen. Nur sehr schade, dass die Band sehr, sehr statisch auf der Bühne stand. Dafür aber beherrschten sie das Blödeln auf der Bühne um Welten besser als zB Die Ärzte, und wenn man aus Berlin stammt und betont wie Helge Schneider und auch seine Stimme hat, dann hat man schon fast gewonnen. Nur: Singen wie Cedric und dann nicht den Propeller machen ist irgendwie ein ziemlicher Letdown :/

Die beste Band des Abends hat leider als vorletzte gespielt, was gegenüber der nachfolgenden ziemlich unfair war, sie konnten sie gar nicht übertreffen. Sissters spielen Noise Rock/No Wave, der klingt, als wäre seit 28 Jahren 1984 und erinnern nicht nur musikalisch, sondern auch optisch und gesanglich mehr als nur ein bisschen an Lydia Lunch. Sympathiebonus für die Gitarristin/Sängerin und ein lautes, lautes, wütendes FUCK YOU! an den Wursthaarwixer mit seiner transphoben Kackscheiße, du hast ne verdammt geile Band verpasst und hoffentlich haste daraus gelernt! Wir haben 2012 und verdammt nochmal, wenn deine Scheiß Religion von dir verlangt, Schwule (bzw in dem Fall Transmenschen) zu hassen, dann solltest du eigentlich stutzig werden du Arschloch! Der Schlagzeuger war auch sehr cool: Trotz Flusskieselplatte vor der Bassdrum hat er es geschafft, die innerhalb eines einzigen Songs 40cm weit nach vorne zu kicken und musste schleunigst eine zweite Platte organisieren. Zum Schluss dann noch geniale Doublebassaction mit einem Einzelpedal. Die Fronterin ist im übrigen auch verdammt kompetent an der Gitarre und die Leute die sagen, Noiserock wäre nur Krach, haben ganz einfach keine Ahnung von Musik, und hier war Tappen auch mal wirklich cool und kein bescheuertes Dicke Eier-Gepose mit viel Speed und Eigenlob. Verdammt viel Energie hat dieses Duo, und tatsächlich…

…konnte die letzte Band des Abends dieses Niveau nicht halten. Bei weitem keine schlechte Musik, aber eben nichts, das nicht hunderte andere Bands auch machen würden, und ich hab mir Love-A nicht angeschaut. Wenngleich ich verstehen kann, wenn Leute sowas mögen. Klang halt alles zu sehr nach Turbostaat oder Muff Potter oder sowas, halt so Deutsch-Emo, nicht mein Fall. (Was nicht bedeutet, dass ich Emocore mit deutschen Texten doof finde, nur halt Deutsch-Emo. Was ich an Deutsch-Emo aber cool finde, ist der Humor der Texte…)

Fazit: Großartige Shows und wir haben nen Slot beim Winterfest so ziemlich sicher, was auch geil ist! Und ich konnte endlich mal ne vernünftige Unterhaltung mit Jörg führen, der mal ausnahmsweise nicht mit tausend Sachen gleichzeitig beschäftigt war, sehr schön…

Nachträgliches Edit vom 23.10.: Natürlich sind es 28 Jahre seit 1984 und nicht 18. Wichtig!

Nachträgliches Edit vom 11.12.: Und die allererste Band hieß auch nicht Montona, sondern Inigo Montoya. So ist das halt, wenn man fast nie gute Filme guckt, dann verpasst man halt schonmal den Namen der coolen Band =/

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Über onechordbassist

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