Eine kurze Geschichte der Suppe.


„Sie, Herr Ober, do isch was en meiner Supp!“

„Hmmh?“

„Ja guggat Se doch, do en dera Supp denna! Des isch ja… HEIDANEI! Fehrt der do oifach sein Zug do en mei Supp nei! Do isch an Zug en meiner Supp! Was isch denn des fir a Restaurant was Sie do hend?“

Tatsächlich fuhr da in der Suppe ein Zug, der aus Regionalbahnwagen der DB bestand. Auf Schienen und mit Getöse. Das stellte ihm natürlich ein großes Dilemma: Was, wenn die Schienen aufhörten und der Zug weiterführe? Würde dann die Freiheit losbrechen in seiner Suppe? Er bekam Angst. Schreckliche Angst vor der befreiten Suppe bzw. vor den befreiten Bewohnern der Suppe.

Aber was, wenn der Zug anhielte und alle Menschen ausstiegen? Sie waren ja die einzigen Bewohner der Suppe, und der Zug fuhr dort schon seit der Koch die Suppe aus dem Topf schöpfte. Dann würde er sich ja zum Mörder machen, denn wenn er auch den Zug nicht essen konnte, so konnte er doch die Menschen essen, die ausstiegen. Und nun befiel ihn noch eine viel größere Angst. Aus einer Laune heraus, die die Angst ihm gegeben hatte, machte er sich in die Hosen und dachte, ich muss die Suppe essen, um es nicht allzu offensichtlich zu machen.

Aber er kam nicht dazu, denn der Kellner hatte sich bereits von hinten angeschlichen und beugte sich nun über seine Schultern, schaute von oben kopfüber in die riesigen erschrockenen Augen.

„Hier riecht es gut“, sagte der Kellner.

„Ich habe ja auch in die Hose gemacht, weil ich mich fürchte. Schauen Sie doch, was passiert denn nun?“

Der Kellner blickte tief in die Suppe. Niemand baute Städte dort, denn die Suppe fürchtete sich vor diesem Klischee sehr, und sie bettelte in der für Menschen nicht zu verstehenden Suppensprache den Kellner an: „Hilf mir! Bitte, so hilf mir doch! Ich werde es dir auch hoch vergelten!“

Und weil der Kellner es verstanden hatte, fuhren ihm vor Schreck Blitze aus den Augen. Da erschien in der Suppe eine glühende Blase, die wuchs und wuchs und wuchs.

„Was haben Sie getan!“ meinte verwundert der Gast, „Das ist ja ein Universum!“

Und da es ein noch ganz kleines Universum war, wusste es nicht was es tun sollte, und so begann es vor lauter Unwissenheit zu inflatieren, dabei zerstörte es das unsrige und der Kellner war zum ersten Mal seit Jahren wieder glücklich.

Als weiterer Vorteil des Vorfalls stellte sich heraus, dass es in diesem neuen Universum schon seit seinem Beginn Züge gab. Niemand musste sie erfinden. Schienen durchzogen das Firmament, das man dort auch endlich Firnament schrieb, wie es das verdient hatte!

Und die Moral von der Geschicht: Mach niemals in die Hose, wenn du Suppe isst!

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