Bescheid wissen.


Also, zunächst mal klingt der Name der grottigen Chauvo-, Rockismusrevival- und Gitarristengutfinderkapelle (wobei ja Rockismus nie tot war… I feel with you Kurt) Dragonforce auf Deutsch nochmal ein ganzes Stück bescheuerter als im Original:

DRACHENKRAFT

und außerdem habe ich mich überzeugen lassen, dass es eben doch möglich ist, ein technisch überragender Gitarrist und ein guter (aka „richtiger“) Musiker in einer Person zu sein. Denn eigentlich ist das, was die WOW-Gitarristen von weiter oben im Beitrag fabrizieren, gar nicht mal so anspruchsvoll, technisch gesehen. Es reicht, schnell genug zu sein, dass man keine Fehler mehr heraushören kann.

Ein vernünftiger Gitarrenpart in nem AOR-Song ist hingegen schon schwierig zu schreiben, dass er nicht klischeehaft wird (das muss ich zugeben, auch wenn ich AOR nicht annähernd so cool finde wie bspw die Elektropopband Gleitzeit), und da geht technisch zum Teil ordentlich was in Bezug auf Harmonik, Melodik, aber vor allem Phrasierung. Letztere ist dann bei Wöald of Dregenfoas auch völlig irrelevant, weil Kompressoren, Limiter und ähnliches Lumpenpack alles schlucken, was irgendwie nach Ausdruck klingt.

Nur: Während man bei einem vordergründigen und schnellen Gitarrenpart sofort hört, dass der Typ sich da irgendwann mal angestrengt hat (das aber in dem Part, den man hört, nicht zwingend tun muss, denn er macht ja nichts Neues!), hört man das bei einem Mr Lukather nicht sofort, sondern idR erst, wenn man sich auch mit der Musik beschäftigt. Da passiert mehr unter der Oberfläche, vielleicht könnte man gute Musiker, zumal Gitarristen, als Eisbergmusiker bezeichnen: Nur ein kleiner Teil dessen, das tatsächlich passiert, tritt sofort in Erscheinung, den Rest muss man suchen. Eigentlich ist auch das das Geheimnis guter Musik. Etwas augenscheinlich Einfaches an der Oberfläche zeigt aber große Komplexität bei näherer Untersuchung. Und dazu muss man eben nicht zig Spuren übereinander legen…

Allgemein könnte man aber sagen, dass Rockmusiker, die einerseits technisch auf hohem Niveau spielen und gleichzeitig gute Musiker sind oder gar musikalische Genies, idR entweder Bassisten oder Schlagzeuger sind. (auf Joe Mayonaise trifft übrigens beides nicht zu)

Sonst eigentlich nichts Neues von Bedeutung.

 

 

Im Übrigen möchte ich noch anfügen, dass ich AOR eigentlich gar nicht so besonders mag. Der Artikel entstand aus einer Diskussion mit einem Facebookfreund und es ging mehr oder weniger um AOR als Beispiel für Gitarristen, die es schaffen, zugleich technisch gute Gitarristen UND gute Musiker zu sein.

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Über onechordbassist

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